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Handball:
(TV 1905 Mainzlar e.V.)

TuS Weibern - TV Mainzlar 33:21

Peter ArmitterWEIBERN. "Unter Wert geschlagen" ist meist eine billige Ausrede für eine hohe Niederlage. Iljo Duketis, Trainer des Frauenhandball-Zweitligisten TV Mainzlar, war die Floskel auch zu billig, um sie nach der 21:33 (11:18)-Niederlage seiner Mannschaft zu bemühen. Dafür sorgte sein Gegenüber Jan Reuland auf der Trainerbank des Tabellenführeres. Der schimpfte trotz des Erfolges wie ein Rohrspatz über die undisziplinierte Spielweise seines Teams, das den hohen Wiederaufstiegs-Ansprüchen nur in Momentaufnahmen gerecht wurde, ansonsten jedoch keinen Leistungsunterschied zum TV Mainzlar erkennen ließ. Bei einer Ausnahme: Im Tor des Tabellenführers stand mit Elisabeth Herbst die überragende Spielerin des Abends. Die öster reichische Nationaspielerin hielt über 50 Prozent aller Bälle, darunter auch fünf von zehn Mainzlarer Siebenmetern. Reuland: "Ohne Elisabeth mit einer derartigen Leistung hätten wir Schwierigkeiten bekommen. Unsere Fehlerquote war einfach zu hoch."
Die nutzten die Mainzlarerinnen über Andrijana Atanasoska und Dana Kläring immer wieder zu schnellen Gegenstößen. Auch über das Anspiel zum Kreis und aus Zweikampfsituationen kamen die Gäste vor 350 Zuschauern immer wieder freistehend zu ihren Chancen, scheiteten hier aber entweder kläglich - oder eben an Herbst. Das war dann auch der Moment, in dem Duketis sich teils kritisch, teils aber auch aufbauend und schulterklopfend vor seine Mannschaft stellte: "Es gibt Spiele, in denen kann man machen was man will. Dennoch geht alles schief. Da wird dann offenkundig, dass das nahezu komplett neue Team noch Zeit braucht, um sich zu finden. Dass die Mannschaft das Potenzial hat, unser Ziel, den Klassenverbleib, zur erreichen, hat sie beim Tabellenführer gezeigt. Allerdings erwarte ich von meinen Spielerinnen, dass sie ihre Chancen nutzen. Das hat nichts mit dem Findungsprozess zu tun." 14 Mal, hatte der Trainer notiert, standen seine Schützlinge frei vor dem Weiberner Tor, nur fünf von zehn Siebenmetern wurden verwandelt. Und meist wurden diese Chancen vergeben, wenn Weibern durch hohe Eigenfehlerquote wankte. So unmittelbar vor der Pause, als der TVM von 3:9 auf 10:14 verkürzte. Da wankte der Tabellenführer, fiel aber nicht, da er eigene Gegenstöße erfolgreich abschloss, während alle TV-Versuche im Herbst-"Laub" stecken blieben. Duketis: "Ich bin nicht so vermessen zu sagen, dass wir hier hätten gewinnen können, aber über weite Strecken war der Unterschied zwischen uns und dem ungeschlagenen Tabellenführer gar nicht so groß. Leider haben wir den Gegner jedoch immer wieder selbst aufgebaut - so kurz vor der Pause. Aber auch nach dem Wechsel, als wir mögliche Resultatsverbesserungen einfach weggeworfen haben." Zu der Partie selbst: Mainzlar lag nie in Führung, denn Weibern führte schnell mit 5:1 und zur Pause bereits mit 18:11. Auch nach dem Wechsel deuteten das 24:14, 30:17 und der 33:21-Endstand auf einen Klassenunterschied hin. Doch Zahlen müssen eben auch nicht immer alle Wahrheit sagen.
Im Stenogramm Weibern: Herbst, Fink; Grohs (2), Hoffmann (1), Oster (5), Pop (9/5), Salz (5), Strass (2), Heldrih (3), Mannebach (1), Dölle, Etheber (5). Mainzlar: Chilla, Hackel; Atanasoska (6/1), Kern (3/2), Kläring (4), Treek (4/1), Scheurer (1), Politt (1), Meywald (2/1), Moszi, Mundt. Schiedsrichter: Ickler/Schnarre (Solingen/Hamm/Sieg) Zuschauer: 350.


Autor: sapl
Artikel vom 10.11.2005, 12:16 Uhr

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