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Handball:
(TV 1905 Mainzlar e.V.)

Jürgen Gerlach beim TV Mainzlar vom Buhmann zum Retter?

Von Thomas Hain
"Im Gesamtinteresse des Vereins TV 05 Mainzlar hat auf Vorschlag der Staufenberg-Mainzlarer-Handball GmbH und des Arbeitskreises Bundesligahandball das Prädidium zugestimmt, eine einvernehmliche Trennung von Trainer Iljo Duketis zum 10.01.2006 vorzunehmen. Als neuer Trainer hat ab diesem Datum Dr. Jürgen Gerlach die 2. Bundesligamannschaft Frauen des TV 05 Mainzlar übernommen." Hinter dieser Pressemitteilung steht eine in jüngster Vergangenheit noch undenkbare Kehrtwende. Der Buhmann soll zum Retter werden.
"Am Morgen habe ich einen Anruf bekommen, am Abend habe ich das erste Training geleitet", beschreibt der "Doc" seine kurzentschlossene Rückkehr auf die Frauenhandball-Bühne, zu deren schillerndsten Hauptfiguren er zweieinhalb Jahrzehnte lang gehört hatte. Ausgerechnet beim von ihm selbst nie gelittenen Lokalrivalen TV Mainzlar, für dessen Fans er in den vielen heißen Nachbarschaftsduellen zu einem roten Tuch geworden war, setzt der ehemalige Meistermacher des TV Lützellinden seine Laufbahn fort. Nach der Regionalliga-Meisterschaft, dem aus wirtschaftlichen Gründen verwehrten Zweitligaaufstieg und dem schließlich endgültigen Aus für den Frauenhandball beim TVL hatte sich der Orthopäde in die Trainingsarbeit mit der weiblichen A-Jugend des siebenfachen Meisters und dreimaligen Europacupsiegers zurückgezogen. Seit Dienstagabend (wir berichteten) ist er wieder da.
Für Vorgänger Iljo Duketis war die Trennung vom TV Mainzlar nicht so "einvernehmlich", wie vom Bundesligaabsteiger dargestellt. Der frühere Männer-Trainer des damaligen Regionalligisten TV Hüttenberg reagierte auf seinen Rausschmiss "geschockt und sehr traurig". Jürgen Gerlach, der bis zum Saisonende zugesagt, aber noch keinen Vertrag unterschrieben hat, soll nun das bewerkstelligen, was die Mainzlarer Verantwortlichen Duketis nach 6:18 Punkten und dem viertletzten Platz offenbar nicht mehr zutrauten. "Hier musste etwas passieren", erklärt der zum Retter auserkorene Erfolgstrainer, der mit Torhüterin Marion Chilla, Torjägerin Peggy Treek, Zsofia Mozsi, Katarina Leib und Simone Scheuerer Spielerinnen aus gemeinsamen Lützellindener Zeiten kennt.
Spekulationen um Ritskiavitchius
Gut möglich, dass weitere hinzu kommen. "Wir haben zu wenig Leute und brauchen dringend noch Verstärkung", erklärt der 59-Jährige, der am Samstag gegen den TuS Metzingen sein Debüt gibt, und nährt damit natürlich Spekulationen. Vor allem um Miroslava Ritskiavitchius, deren Verpflichtung offenbar schon ein Thema war, vom jetzt gefeuerten Trainer Duketis aber laut Jürgen Gerlach abgelehnt worden sei.
"Da ist momentan nichts dran", sagte die ehemalige litauische und deutsche Nationalspielerin auf Nachfrage dieser Zeitung, betonte aber: "Für Mainzlar ist es gut, dass Jürgen jetzt die Sache in die Hand nimmt. Es ist wichtig, dass in der Region weiter höherklassiger Frauenhandball gespielt wird." Und kategorisch ausschließen wollte die Abwehrstrategin, die bis letzten Sommer im TVL-Regionalligateam stand und im Februar 42 Jahre alt wird, ein weiteres Comeback allerdings nicht: "Mal sehen, was passiert."


Autor: sapl
Artikel vom 12.01.2006, 13:38 Uhr

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