Artikelausdruck von Freestyle Gießen


Handball:
(Kieler MTV Handball)

Ende einer Erfolgsserie: KMTV verliert 28:33 gegen Spitzenreiter Hohn/Elsdorf

 
Alles hat einmal ein Ende. Nach fünf siegreichen Spielen in Folge durften die Männer des Kieler MTV erstmals seit langer Zeit nach einem Spiel keine Siegesgesänge in der Kabine anstimmen.

Die zuvor gezeigte Leistung im Spitzenspiel des Spieltags hatte einfach nicht ausgereicht, um den Tabellenführer ernsthaft in Gefahr zu bringen. So unterlag das "Überraschungsteam" der Liga am Ende mit 28:33 (14:17).

20 Minuten war es ein Topspiel. Die Kieler erwischten einen guten Start und die neu formierte 6-0 Deckung wehrte die gegnerischen Angriffbemühungen ab.

Der Rückraum mit Martin Postler, Reno Richter und Torben Albrecht fand immer wieder Lücken bei den Gästen und setzte geschickt Kreis- und Außenspieler in Szene.
Besonders sehenswert waren die Treffer von Uli Breitenbach. Das Hohner Tempospiel wurde unterbunden und die Kieler witterten eine Chance.

Doch dann verloren die Gastgeber den Faden. Ein ums andere mal vergaben sie leichtfertige Torchancen und bauten die Gäste auf, die jetzt durch schnelle Gegenstöße zum Erfolg kamen.
Die Abwehr vernachlässigte ihre Arbeit; weder die Hohner Außenspieler noch die Halblinke Angriffsseite konnte in Schach gehalten werden.

Bedanken konnte sich die Abwehr immer wieder bei dem aufopferungsvoll kämpfenden Christian Wenn im Tor, der den einen oder anderen Fehler ausbügelte. Um dem Angriff neuen Schwung zu verleihen kam jetzt auch Benny Wiborg ins Spiel.

Doch zu berechenbar agierten die Kieler in dieser Phase. Der KMTV erging sich in zu drucklosen Angriffsbemühungen und die Gäste konnten den Vorsprung kurz vor der Halbzeit auf 3 Tore ausbauen.

In der Pause stellte Trainer Jan Strunk auf eine offensive Deckung um. Damit sollte der Abstand durch einfache Ballgewinne schnell wieder aufgeholt und der Gegner unter Druck gesetzt werden.
Allerdings erwies sich diese Umstellung als absoluter Reinfall. Weder die Außen noch die Halbabwehrspieler der Kieler bekamen ihre Gegenspieler unter Kontrolle.
Und so bauten die Gäste ihre 17:14-Führung bis zur 36. Minute bereits auf 21:15 aus.

Wesentlich lag das aber auch daran, daß der Kieler Angriff zunächst überhaupt nicht mehr ins Spiel fand und die herausgespielten Chancen im Gegensatz zum Tabellenführer aus Hohn immer wieder leichtfertig vergab.

Coach Strunk reagierte und zog in der 40. Minute beim Stand von 17:22 "grün". Die Abwehr wurde noch einmal umgestellt und die konsterniert wirkenden Spieler noch einmal "aufgerüttelt".
Die Deckung stand danach sicherer und brachte etwas mehr Sicherheit ins Spiel der Gastgeber. Darüber hinaus traf jetzt Benny Wiborg nach zuvor etlichen "Fahrkarten" endlich und Uli Breitenbach auf Linksaußen machte da weiter, wo er nach der Anfangsphase des Spiels aufgehört hatte.

So stand es nach 47 Minuten nur noch 23:25. Doch dann zerbrachen die Kieler Bemühungen wieder an sich häufenden Unzulänglichkeiten in der Offensive. Neben den Fehlversuchen wurde eine zweistellige Zahl an Pässen nahezu direkt in die Arme des Gegners gespielt. Das endete in Hohner Gegenstoßtraining.

Erschreckend dabei das Rückzugsverhalten der Kieler. Die Gastgeber standen beim Tempogegenstoß permanent zu weit entfernt von den eigentlich gut zu erkennenden leuchtend gelb gekleideten Gegenspielern.
So verlor auch der ob dieser Tatsache zu recht frustrierte Christian Wenn im Tor über dem Ärger auf seine Vorderleute, von denen kaum einer ernsthaften Willen zeigte, die Hohner aufzuhalten, zunehmend seine Konzentration. So schlossen die Gäste Konter um Konter erfolgreich ab und hatten keine Mühe, den Vorsprung sicher "nach Hause" zu bringen.

Am Ende unterlagen die Gastgeber völlig zu Recht einem souveränen Tabellenführer, der über 60 Minuten eine konstante Leistung brachte und insgesamt auch engagierter spielte.

Die Begegnung am Wochenende dürfte gezeigt haben, das die Träumereien von der Tabellenspitze vorbei sind.
Die Kieler müssen sich wieder damit beschäftigen Punkte zu sammeln, um den Abstieg zu verhindern.
Passend dazu wartet am nächsten Wochenende mit dem wieder erstarkten Vorjahresmeister Bordesholm/Brügge eine äußerst undankbare Aufgabe auf das Kieler Team.


Autor: paba
Artikel vom 22.11.2004, 09:24 Uhr

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